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Internationaler Tag der Erinnerung an den Sklavenhandel und dessen Abschaffung

Montag 23. August 2010, von Nanny Obame

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Der 23. August wurde von den Vereinten Nationen ausgewählt, um jedes Jahr der Menschen zu gedenken, die aus ihrer Heimat verschleppt und als Sklaven verkauft wurden. An diesem Tag vor genau 215 Jahren brach in Santo Domingo, das heute zur Dominikanischen Republik und Haiti zählt, ein Sklavenaufstand aus, der dazu beitrug, dass später der Sklavenhandel abgeschafft wurde. Doch noch heute gibt es Lebensumstände, die von den Menschenrechtsorganisationen und den Vereinten Nationen mit denen von Sklaven gleichgesetzt werden.

23.08.2010


Woher kommt der Name?

Laut "Duden – Herkunftswörterbuch" ist das mittelhochdeutsche "slave", spätmittelhochdeutsche "sclave" dem gleichbedeutenden mittellateinischen "slavus, sclavus" entlehnt. Man findet es heute noch z.B. im englischen "slave", französischen "esclave" oder spanischen "esclavo". Diese gehen wiederum zurück auf das griechische Wort "sklábos", das so viel wie "Slawe, Sklave" bedeutet. Sklave ist gleichbedeutend mit dem Volksnamen der Slawen. Die Bedeutung "Sklave" geht auf den Sklavenhandel im mittelalterlichen Orient zurück, dessen Opfer vorwiegend Slawen waren.

Was ist eigentlich ein Sklave?
Als Sklaven bezeichnet man unfreie Menschen ohne eigene Rechte. Der Sklave ist wirtschaftlich und rechtlich von einem anderen Menschen abhängig und kann nicht frei über sein eigenes Leben entscheiden. Der Sklave "gehört" einem anderen Menschen, dem Sklavenhalter, wie eine Ware.

Seit wann gab es Sklaverei?

Bekannt ist die Sklaverei schon in alt-orientalischen Kulturen Vorderasiens. Ab dem 6. Jahrhundert vor Christus kam die Sklaverei bei den alten Griechen auf. Bei den Römern erlebte die Sklaverei ab dem 2. Jahrhundert vor Christus ihren Aufschwung. Grund waren die gelungenen Feldzüge. Die Sklaven waren zumeist Kriegsgefangene aus den eroberten Ländern. Durch die Einnahme ihres Landes, hatten diese Menschen, nach Meinung der Eroberer, keine Rechte mehr. Sie wurden oft per Schiff nach Rom oder Athen geschafft und dort auf Sklavenmärkten meistbietend verkauft. Sklaven bildeten somit eine wichtige Grundlage für den Aufschwung der Wirtschaft.

Das Sklavendasein wurde auch dadurch begründet, dass jemand als Kind eines Sklaven geboren – und damit auch Sklave wurde. Das Kind des Sklaven gehörte automatisch seinem Herren. Nach und nach entwickelte sich im alten Rom auch die Möglichkeit, dass ein Sklave Geld verdienen und sich mit der Zeit freikaufen konnte.

Sklaven wurden als billigste Arbeitskräfte in der Landwirtschaft, dem Gewerbe, dem Bergbau und Hausdienst eingesetzt. Im Römischen Reich wurden sie auch als Gladiatoren benutzt.

Als der christliche Glaube die römische Staatsreligion wurde, ging die Sklaverei zurück. In Europa entwickelte sich im Mittelalter im Rahmen des ständischen Systems die so genannte Leibeigenschaft. Leibeigene Bauern waren von ihren adeligen Herren abhängig, sie waren aber keine Sklaven.

Im Mittelalter blühte gerade im Norden und Osten Europas der Sklavenhandel. So verkauften Wikinger ihre Kriegsgefangene in den Orient. Erst ab der Zeit Karls des Großen war es in den mittlerweile christianisierten Ländern verboten, Sklaven zu halten und Christen zu verkaufen. Der Handel mit afrikanischen Sklaven gerade in Italien und Mittelmeerraum ging aber weiter.


Kolonien und Sklavenhandel
Mit der Kolonialisierung Amerikas erlebte der Sklavenhandel eine neue Blüte. Denn in Amerika wurden viele Arbeitskräfte benötigt. So kamen 1526 die ersten afrikanischen Sklaven auf Kuba an. Ab dem 16. Jahrhundert wurde Sklavenhandel im großen Stil betrieben. Millionen Männer, Frauen und Kinder wurden in Afrika "gekauft" oder entführt. Sie wurden in Minen, auf Zuckerrohr- oder Obstplantagen oder in Baumwollfeldern eingesetzt. Die Sklaven mussten oft unter schrecklichen Bedingungen und ohne Bezahlung schuften. Wenn der Sklavenhalter mit seinem Sklaven nicht zufrieden war, konnte er ihn weiterverkaufen oder auch umbringen. 1860 lebten in den USA rund 4 Millionen schwarze Sklaven. Ohne sie, wäre die Wirtschaft der USA niemals so gewachsen.

Abschaffung der Sklaverei

Im Zuge der französischen Aufklärung im 18. Jahrhundert wurde die Kritik an der menschenunwürdigen Sklaverei immer lauter. "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit" lauteten die Schlagworte der Revolutionäre. Diese verbreiteten sich auch in den Kolonien, wie auf Kuba oder Haiti. So brach 1791 auf der heutigen Insel Haiti ein Aufstand der farbigen Bevölkerung gegen die weiße Oberschicht aus, der als ein Auslöser für die Aufhebung der Sklaverei angesehen wird. Die Menschen konnten die verheerenden Lebensbedingungen nicht mehr ertragen. 1794 wurde die Sklaverei auf Haiti verboten.


Nach und nach zogen auch andere Nationen nach: 1807 wurde der Sklavenhandel auf britischen Schiffen verboten. 1815 fasste der Wiener Kongress einen gemeinsamen europäischen Beschluss gegen die Sklaverei. Kolonialmächte wie Portugal, Spanien, die Niederlande oder Frankreich gaben schließlich die Sklaverei auf.


In den USA war die Sklaverei eine Ursache für den Krieg zwischen den Nord- und den Südstaaten. Schließlich kam das Verbot der Sklaverei 1865 auch in die amerikanische Verfassung.


In Ländern Nordafrikas und Vorderasiens hielt sich die Sklaverei noch weit ins 20. Jahrhundert hinein. So wurde in Saudi-Arabien die Sklaverei erst 1963 abgeschafft.

Gibt es heute noch Sklaven?

Offiziell ist Sklaverei verboten. Spätestens seit die Menschenrechtskonvention der Vereinten Nationen 1948 dies ausdrücklich besagt. Trotzdem gibt es auch heute noch Menschen, die ähnlich wie früher die Sklaven unter unmenschlichen Bedingungen leben und arbeiten müssen. Die Menschenrechtsorganisation Terre des homme hat 2006 erschreckende Zahlen veröffentlicht: Rund zwölf Millionen Menschen leben in sklavenähnlichen Verhältnissen, davon sind die Hälfte Kinder und Jugendliche. Sie sind Opfer von Menschenhandel und Zwangsarbeit oder werden als Kindersoldaten missbraucht. Mädchen und Frauen werden von Zuhältern misshandelt und zur Prostitution gezwungen.
Auch diese Menschen sollen uns durch den Gedenktag ins Gedächtnis gerufen werden!


Quelle : UNESCO

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