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Der islamisch-buddhistische Dialog

Dienstag 17. August 2010, von Nanny Obame

Langues :


Alexander Berzin, November 1995
Übersetzung ins Deutsche: Nailu Sari




Persönliche Beteiligung

Meine persönliche Beteiligung am islamisch-buddhistischen Dialog hat sich über viele Jahre graduell entwickelt. Auf meinen Reisen, die mich als buddhistischen Lehrer rund um die Welt führten, habe ich eine Reihe islamischer Länder besucht. In einigen begegnete ich nicht direkt einem islamischen Publikum. In Malaysia und Indonesien etwa sprach ich mit Gruppen chinesischer Buddhisten, doch diskutierte ich dabei manchmal mit ihnen über das Verhältnis, dass sie zur muslimischen Bevölkerungsmehrheit ihrer Länder haben. Ich habe auch in den zentralasiatischen Republiken von Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan vor Gruppen von Universitätsstudenten, Dozenten und spirituell Suchenden gesprochen, die sehr wenig vom islamischen Erbe ihrer Länder kannten.

Sie interessierten sich dafür, was der Buddhismus sowie andere Weltreligionen und Philosophien für den Umgang mit den nach der Auflösung der Sowjetunion entstandenen Problemen zu bieten haben. Einen spezifisch islamisch-buddhistischen Dialog begann ich erst im Jahr 1994, als mir nach einer ausgedehnten Reise durch Zentralasien die mögliche Bedeutung einer islamisch-buddhistischen Zusammenarbeit bei der Bewältigung einiger dringender sozialer Probleme in dieser Region bewusster wurde.


Dialog zwischen Seiner Heiligkeit dem Dalai Lama und einem westafrikanischen Sufimeister

Seine Heiligkeit der Dalai Lama hat seit vielen Jahren Kontakte mit islamischen Persönlichkeiten auf der ganzen Welt. Nachdem ich aus der Türkei nach Indien zurückgekehrt war, begleitete ich Dr. Tirmiziou Diallo, das angestammte Oberhaupt der Sufis in Guinea (Westafrika), nach Dharamsala, um Seine Heiligkeit zu treffen. In den Tagen, die der Audienz vorausgingen, diskutierten er und ich weiter die Bedeutung der Bezeichnung „Menschen des Buches“. Nach dem Empfinden Dr. Diallos bezieht sie sich auf Menschen, die der „Urtradition“ folgen. Diese kann als Weisheit von Allah oder Gott, oder, wie ich ihm in buddhistischen Begriffen vorschlug, als ursprüngliches Tiefenbewusstsein verstanden werden. So akzeptierte er ohne Schwierigkeiten, dass die Urtradition der Weisheit nicht nur von Moses, Jesus und Mohammed gelehrt worden war, sondern auch von Buddha. Wenn Menschen dieser eingeborenen Urtradition und der Weisheit folgen, sind sie „ Menschen des Buches“. Wenn sie sich jedoch gegen die grundlegend gute und weise Natur der Menschheit und des Universums stellen, dann sind sie nicht „ des Buches“.


In diesem Sinn ist es also akzeptabel zu sagen, dass der Buddha ein Prophet Gottes ist; dies passt gut zur Interpretation der türkischen Professoren, wonach der Begriff „die Menschen des Buches“ sich auf die bezieht, die den Schöpfergott annehmen. Adibuddha, als der Geist des klaren Lichtes, ist nicht nur ursprüngliches Tiefenbewusstsein, sondern auch der Schöpfer aller Erscheinungen. Dr. Diallo war sehr glücklich über dieses Gespräch und zitierte einen Hadith (einen persönlichen Ausspruch Mohammeds) in dem dieser seine Anhänger dazu aufforderte, die Weisheit bis nach China zu suchen.


Dr. Diallo selbst folgte den Prinzipien dieses Hadiths. Er besuchte den letzten Tag der Vorlesungsreihe, die Seine Heiligkeit über Shantidevas „Bodhicharyavatara“ („Eintritt in das Verhalten eines Bodhisattva“) hielt, einschließlich der Avalokiteshvara-Initiation, die Seine Heiligkeit verlieh. Er war besonders berührt von den Bodhisattva-Gelübden. In den Sufitraditionen Westafrikas gibt es ebenfalls eine vollkommene Verpflichtung zur Suche nach der Vollkommenheit jenseits der Worte und zum Dienst an der ganzen Schöpfung.


Am letzten Tag seines Besuches hatte Dr. Diallo eine Privataudienz bei Seiner Heiligkeit. In eleganten weißen Roben gekleidet war der majestätische afrikanische spirituelle Meister so gerührt, sich zum ersten Mal in der Gegenwart Seiner Heiligkeit zu befinden, dass er in Tränen ausbrach. Ohne seine Assistenten zu schicken, wie er es normalerweise getan hätte, ging Seine Heiligkeit persönlich in sein Vorzimmer und kehrte mit einem Taschentuch zurück, dass er dem Sufimeister reichte, damit er seine Tränen trocknen konnte. Dr. Diallo überreichte Seiner Heiligkeit eine traditionelle muslimische Kopfbedeckung, die Seine Heiligkeit ohne zu zögern aufsetze und für den Rest der Audienz trug.


Seine Heiligkeit eröffnete das Gespräch mit der Erklärung, wenn Buddhisten wie Muslime flexibel in ihrem Denken blieben, sei ein fruchtbarer und offener Dialog möglich. Die Begegnung war äußerst freundlich und emotional rührend. Seine Heiligkeit stellte zahlreiche Fragen zur Meditationspraxis der Sufis, speziell was die westafrikanischen Übertragungslinien angeht, die die Praxis der Liebe, des Mitgefühls und des Dienens betonen. Dr. Diallo hatte nach einer kommunistischen Machtergreifung seines Lands viele Jahre im Exil in Deutschland gelebt. Die beiden Männer hatten vieles gemeinsam. Sowohl Seine Heiligkeit als Dr. Diallo versprachen sich, den islamisch-buddhistischen Dialog in der Zukunft fortzuführen.

Zukünftige Aussichten

Das Hauptziel des islamisch-buddhistischen Dialoges, so wie ich mit ihm Erfahrungen gemacht habe, ist pädagogischer Natur – er zielt darauf ab, dass jeder mehr über die Glaubensinhalte und die Kultur des anderen lernt. Die Library of Tibetan Works & Archives, in Dharamsala, in Indien, hat eine führende Rolle bei der Verwirklichung dieses Zieles übernommen. Sie hat begonnen, mit den verschiedenen Universitäten, mit denen ich in den islamischen Ländern Kontakte etabliert habe, Zeitschriften und Bücher auszutauschen. In ähnlicher Weise werden Zusammenarbeitsprogramme mit Institutionen in den zentralasiatischen Islamischen Republiken der ehemaligen Sowjetunion eingerichtet, um die Geschichte der Interaktionen zwischen Buddhisten und Moslems in diesem Teil der Welt weiter zu erforschen. Die Möglichkeiten um Kontakte und Kooperationen weiter auszubauen sind äußerst umfangreich.


Quelle :www.berzinarchives.com

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