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Thangkas — Ikonographie und Ikonometrie

Freitag 12. Juni 2015, von Buddhachannel Deutschland

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Die Kunst, religiöse Bildwerke zu schaffen, gehört nach tibetisch- buddhistischer Tradition zu den fünf großen Wissensgebieten oder Wissenschaften (tib rig gnas lnga), die da sind: Grammatik, Logik, Kunst, Heilkunde und Philosophie.

Nicht die eigene Kreativität bzw. Eingebung des Malers oder Statuenmachers bestimmen in erster Linie die Komposition und die Form der dargestellten Aspekte, sondern das Wissen um die exakten Maße und Proportionen (tib. thig tshad).



Nur wenn die ikonographische Formensprache und die ikonometrischen Größenverhältnisse stimmen, kann ein Bildwerk für die Meditation verwendet werden. Proportionen, Farben, Attribute und Haltung der einzelnen Figuren müssen nach festgelegten Regeln ausgeführt werden, nur so ist der Buddha-Aspekt richtig dargestellt und seine perfekte äußere Form spiegelt seinen vollkommenen Inhalt wieder.

Die Ikonometrie, "die Festlegung der Merkmale und Proportionen der Figur" (tib. chag tshad; skr.pratimamanalaksana), ist somit die Lehre von der Maßeinheit von Statue und Rollbild. Mit ihrer Hilfe werden die Darstellungen von Buddha-Aspekten nach Maß und Zahl standardisiert und entsprechend ihrer ikonographischen Bedeutung in verschiedene Proportionskategorien unterteilt.
Festgelegte Abmessungen sind seit Jahrhunderten Grundlage und Standard für das Herstellen von Malerei und Skulptur im tibetischen Kulturkreis.



Die Anweisung sich an Maßsysteme zu halten geht direkt auf Buddha zurück.* Wie uns der ursprünglich in Indien entstandene, in den tibetischen Tangyur aufgenommene und aus dem Tibetischen ins Chinesische übersetzte Kanon der buddhistischen Ikonometrie mit dem Titel "Die charakteristischen Merkmale des Abbildes (des Buddha)" (skr. pratima laksanam) überliefert, soll der Buddha selbst seinen Schüler Shariputra, den Verfasser dieses Textes, darauf hingewiesen haben, dass "wenn einige Schüler (wörtl. Gläubige) Bildwerke herstellen lassen wollen, diese genau nach dem Standard des Maßsystems gemacht werden müssen." (aus "Tibet. Klöster öffnen ihre Schatzkammern, Kulturstiftung Ruhr Essen, Villa Hügel, 2006, S.105.)
Die Tibeter haben diese Regeln vom alten Indien übernommen und selber ikonometrische Lehrtexte und Kommentare verfasst, die bis heute Verwendung finden. Eines der bekanntesten Werke jüngster Zeit ist zum Beispiel "The Principles of Tibetan Art" von Gega Lama, 1983.

Bevor der Künstler die Figur auf einer Bildfläche skizziert, teilt er sie in ein genau proportioniertes ikonometrisches Gitter (tib. thig khang) aus senkrechten, waagerechten und diagonalen Linien. Erst dann werden in der Regel die einzelnen Figuren skizziert. Besonders hilfreich sind diese Liniengitter für großformatige Bildwerke. Geübte Maler können mitunter auf das für die Komposition nützliche ikonometrische Hilfsnetz verzichten und die Figuren freihändig nach Augenmaß ausführen.



Die hauptsächlichen Maßnormen sind die Große und die Kleine Einheit. Wie in der indischen Kunsttradition gehen die Grundeinheiten der Abmessungen in der tibetischen Ikonometrie vom menschlichen Körper aus: Gesichtslänge (tib. zhal tshad), Handspanne (tib. mtho) und Fingerbreite (sor mo). Die gesamte Figur misst im Idealmaß 108 Fingerbreiten oder neun Handspannen, was als Ausdruck der Harmonie zwischen Mikro- und Makrokosmos zu verstehen ist.

Die Ikonographie bezeichnet die Beschreibung der Buddhaaspekte und ihre Bedeutung. Die Wurzeln der tibetischen Kunst gehen auf Vorlagen aus Indien zurück, die sich auf Beschreibungen des Aussehens der Buddha-Aspekte in buddhistischen Mediationsanweisungen (skt. sadhanas) stützen. Die beiden bekanntesten Sadhana- Sammlungen wurden von dem Inder Abhayakaragupta im 11. Jahrhundert zusammengestellt. (The Indian Buddhist Iconography.


Mainly based on the Sadhanamala by Benoytosh Bhattacharyya, Calcutta 1968).



Mittlerweile gibt es unzählige Bücher, die sich mit diesem Thema beschäftigen. Für ein vertiefendes Studium sind unter anderem Robert Beer’s , "The Encyclopedia of Tibetan Symbols and Motifs",Boston 1999, oder "Deities of Tibetan Buddhism" von Martin Wilson und M. Brauen sehr zu empfehlen. Wilson hatte etwa vierzehn Jahre an der Übersetzung und Kommentierung der diesem Werk zu Grunde liegenden tibetischen Originaltexte gearbeitet. Es enthält kurze Beschreibungen von etwas mehr als 500 tibetischen Buddhaaspekten.


Quelle : www.buddhismus-heute.de




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