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Yoga Sutras

Freitag 10. April 2015, von Buddhachannel Deutschland

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Der Autor

Patanjali Maharishi ist der Autor der Raja Yoga Sutras. Er ist der Exponent der Yoga Philosophie. Patanjali wird jetzt als der letzte Avatar (Inkarnation Gottes) betrachtet. Im Yajnavalkya Smriti steht, daß Hiranyagarbha der ursprüngliche Lehrer des Yoga war. Patanjali Maharishi hat die Anweisungen, Doktrinen und Thesen des Yoga, die Hiranyagarbha gelehrt hatte, nur zusammengefaßt und erklärt.

Yoga Sutras

Patanjalis Yogaphilosophie ist in Sutras aufgeschrieben. Ein ‘Sutra’ ist eine kurze Feststellung. Es ist ein aphoristischer Ausspruch. Es ist voller tiefer verborgener Bedeutung. Die Rishis von einst haben die philosophischen Gedanken und ihre Umsetzung nur in Form von Sutras ausgedrückt. Es ist sehr schwierig, die Bedeutung der Sutras ohne die Hilfe eines Kommentars, einer Auslegung oder eines Lehrers, der im Yoga versiert ist, zu verstehen. Ein Yogi mit voller Verwirklichung kann die Sutras wunderbar erklären. Wörtlich bedeutet Sutra Faden. So wie viele Arten verschiedenfarbiger Blumen hübsch auf eine Schnur gefädelt sind, um eine Girlande zu machen, und so wie Perlen schön auf einen Faden gereiht sind, um ein Halsband zu ergeben, so sind auch die yogischen Gedanken wunderschön in Sutras angeordnet. Sie werden dann in Kapitel zusammengefaßt.



Das erste Kapitel

Das erste Kapitel ist Samadhipada. Es handelt von den verschiedenen Arten von Samadhi. Es umfaßt 51 Sutras. Die Hindernisse in der Meditation, die fünf Arten von Vrittis und ihre Beherrschung, die drei Arten von Vairagya, das Wesen von Ishwara, die verschiedenen Möglichkeiten zur Erlangung von Samadhi und die Methode, durch die Entwicklung von Tugenden Frieden des Geistes zu erlangen, werden hier beschrieben.

Das zweite Kapitel

Dieses Kapitel heißt Sadhana Pada. Es umfaßt 55 Sutras. Es handelt von Kriya Yoga, der besteht aus Tapas, Studium und Hingabe an Gott, den fünf Kleshas (Heimsuchungen), die Methode zur Beseitigung dieser Heimsuchungen, die der Erlangung von Samadhi im Wege stehen, Yama und Niyama und ihre Früchte, die Praxis von Asana und Pranayama und Ihr Nutzen, Pratyahara und seine Vorteile, usw.

Das dritte Kapitel

Das dritte Kapitel ist Vibhuti Pada. Es umfaßt 56 Sutras. Es handelt von Dharana, Dhyana und verschiedenen Arten von Samyama auf äußere Objekte, den Geist, innere Chakras und auf anderes und davon, wie man Siddhis erlangt.

Das vierte Kapitel

Das vierte Kapitel heißt Kaivalya Pada und beschäftigt sich mit Kaivalya, der Unabhängigkeit. Es umfaßt 34 Sutras. Es handelt von der Unabhängigkeit eines voll erblühten Yogis, der vollkommene Unterscheidung besitzt zwischen Prakriti und Purusha, und der sich von den drei Gunas gelöst hat. Es handelt auch vom Geist und seiner Natur. Dharmamegha Samadhi wird hier ebenfalls beschrieben.



Was ist Raja Yoga

Raja Yoga ist der König aller Yogawege. Er beschäftigt sich direkt mit dem Geist. In diesem Yoga gibt es keinen Kampf, weder mit der Lebenskraft noch mit dem physischen Körper. Es gibt keine Hatha Yoga Kriyas. Der Yogi sitzt bequem, beobachtet seinen Geist und beruhigt die lärmenden Gedanken. Er macht den Geist ruhig, schränkt die Gedankenwellen ein und gelangt in den Zustand, wo es keine Gedanken gibt, Asamprajnata Samadhi. Daher kommt der Name Raja Yoga. Obwohl Raja Yoga eine dualistische Philosophie ist und von Prakriti und Purusha spricht, verhilft er schließlich dem Schüler zur adwaitischen Verwirklichung der Einheit. Obwohl Purusha erwähnt wird, wird letztlich der Purusha eins mit dem Höchsten Selbst, dem Brahman der Upanishaden.

Raja Yoga ist der königliche Weg zur Freiheit von Leid. Er handelt von den vier Prinzipien - Elend, seiner Ursache, Freisein von Sorge und die Mittel. Die Praxis der im Raja Yoga vorgeschriebenen Methoden führt zum Aufhören allen Leides und zur Erlangung ewiger Wonne.

Raja Yoga heißt auch Ashtanga Yoga, Yoga der acht Glieder. Die acht Glieder sind Yama, Niyama, Asana, Pranayama, Dharana, Dhyana und Samadhi.

Yama und Niyama

Yama und Niyama sind die wichtigsten Voraussetzungen für die Praxis der Meditation. Wenn Du auf Meditation und Samadhi losstürmst, ohne sie erworben zu haben, wirst Du Dir die Beine brechen. Aber Du kannst es nicht aufschieben und mußt Dich sowohl in allen Yamas wie auch Niyamas vervollkommnen. Denn es wird ein Leben dauern, auch nur ein einziges Yama zu üben. Daher mußt Du weiter Yama/Niyama üben und gleichzeitig Konzentration und Meditation fortsetzen, auch wenn Du in Yama/ Niyama nicht vollkommen verwurzelt bist.

Yama besteht aus Satya, Ahimsa, Brahmacharya, Aparigraha und Asteya. Satya bedeutet Wahrhaftigkeit in jeder Hinsicht im täglichen Leben. Wir hören von nur einem Harischandra, der in Wahrhaftigkeit vollkommen fest war. Es ist so schwierig, in dieser Tugend fest zu werden. Es gibt aber viele, die versuchen, Wahrhaftigkeit im täglichen Leben zu praktizieren. Liebe alle - das ist die Praxis von Ahimsa. Auch wenn Du nicht vollkommenes Brahmacharya (Selbstbeherrschung) halten kannst, führe ein regelmäßiges Leben. Lebe nicht im Luxus, verringere Deine Bedürfnisse - das ist die Essenz von Aparigraha. Asteya ist das Nichtbegehren der Reichtümer anderer. Wer das unvergängliche Absolute zu erreichen wünscht, muß diese Forderungen kompromißlos einhalten.

Niyama besteht aus Saucha, Santosha, Tapas, Swadhyaya und Ishwara Pranidhana. Saucha bedeutet innere und äußere Reinheit. Innere Reinheit - Reinheit von Geist und Herz - ist wichtiger. Beseitige alle schlechten Vrittis. Santosha (Zufriedenheit) ist das größte Vermögen, der größte Schatz. Tapas ist Askese. Ichlosigkeit und selbstloses Dienen sind die größten Formen von Tapas. Demut und Wunschlosigkeit sind die größten Formen von Askese. Übe sie durch unaufhörlichen, unermüdlichen selbstlosen Dienst. Übe die drei Arten von Tapas, die in der Gita beschrieben werden. Disziplinübungen wie Fasten, usw. fallen auch unter Tapas. Während Du fastest, wirst Du in meditative Stimmung kommen. Swadhyaya ist das Studium heiliger Bücher. Mantrawiederholung wird auch als Swadhyaya betrachtet. Dann hast Du Ishwara Pranidhana. Gib Dich Gott hin. “Ich bin Dein, alles ist Dein, mein Herr; Dein Wille geschehe”, ist das Mantra für Selbsthingabe.



Asana und Pranayama

Nach Yama und Niyama kommt Asana. Patanjali schenkt den Asanas keine besondere Aufmerksamkeit. Er beschreibt die feste und bequeme Sitzhaltung. Er möchte nur, daß eine bequeme Stellung eingenommen wird, in der man lange Zeit sitzen kann und nicht vom Schlaf übermannt wird. Im Hatha Yoga gibt es verschiedene Asanas und Pranayamas. Das sind spätere Entwicklungen. Wie die Asanas entwickelten sich später die Ashta Kumbhakas zu Pranayama weiter. Ich werde die vier einfachen und wichtigen Pranayamaübungen vorstellen. Das erste ist das leichte - Sukha Purvaka - Pranayama. Es kann auch im Bett liegend geübt werden. Ziehe die Luft so lange wie es angenehm ist durch beide Nasenlöcher ein, halte so lange wie es bequem ist an und dann atme aus. Das nächste Pranayama ist Sandhya Pranayama oder Anuloma Viloma Pranayama. Atme durch das linke Nasenloch die Luft ein, halte den Atem an und atme durch das rechte Nasenloch aus; dann atme durch das rechte Nasenloch ein, halte an und atme links aus. Das ist eine Runde Pranayama. Das Verhältnis zwischen Puraka (Einatmen), Kumbhaka (Anhalten) und Rechaka (Ausatmen) soll 1: 4: 2 sein. Aber am Anfang brauchst Du Dich darum nicht zu kümmern. Wenn Du Übung hast, kommt der Rhythmus von selbst. Wiederhole besonders beim Atemanhalten Dein Ishta Mantra. Das steigert die Wirkung. Es erfüllt Dich mit göttlicher Energie. Das dritte ist Bhastrika. Das ist rasches Ein- und Ausatmen. Es gleicht dem Blasen eines Blasebalgs. Schon eine Runde Bhastrika gibt Dir binnen weniger Sekunden Kraft. Übe es im Winter. Im Sommer kann eine Runde gemacht werden; und zwar am frühen Morgen. Das vierte ist Sitali. Mache ein Rohr mit der Zunge und ziehe die Luft durch, halte an und atme dann aus. Im Sommer ist Sitali sehr gut. Es kühlt sofort das System. Es reinigt das Blut. Es hat die gleiche Wirkung wie wenn man ein Glas eiskaltes Wasser trinkt. Wenn Du alle diese Pranayamas eine Zeitlang praktizierst, wird Kevala Kumbhaka von selbst kommen. Kevala Kumbhaka ist Kumbhaka ohne Puraka und Rechaka - Atemanhalten ohne Ein- und Ausatmung. Der Geist wird nach diesem Pranayama ganz ruhig.

Pratyahara

Pratyahara ist Abziehen. Es ist das Wegnehmen der Indriyas von den Objekten. Die Sinne werden im durch die Praxis von Yama, Niyama und Pranayama gereinigten Geist aufgesogen. Der Geist wird jetzt ruhiger. Wer Pratyahara beherrscht, wird nie über Vikshepa, Zerstreutheit des Geistes, klagen. Pratyahara gibt dem Übenden Kraft. Wenn die Indriyas von den Objekten abgezogen werden, kannst Du den Geist auf einen bestimmten Punkt heften. Pratyahara und Dharana hängen zusammen.

Dharana, Dhyana und Samadhi

Dharana ist das Fixieren des Geistes auf etwas Äußeres oder Inneres. Außen kann der Geist auf das Bild von Shri Hari, Shri Krishna oder Gott Rama geheftet werden, oder auf jedes andere Objekt und jeden Punkt. Innerlich kann er auf jedes Chakra geheftet werden, auf einen Teil des Körpers oder auf eine abstrakte Idee. Nachdem das Prana durch Pranayama und die Indriyas durch Pratyahara kontrolliert worden sind, muß man versuchen, den Geist auf irgend etwas festzuhalten. Dharana kann nur gemacht werden, wenn man frei ist von den Ablenkungen des Geistes. Nach Dharana kommt Dhyana. In Dhyana gestattet man dem Geist, auf dem selben Gedanken zu verweilen. Die Bhagavad Gita gibt eine wunderbare Beschreibung des Vorgangs von Dhyana. Lies das sechste Kapitel. Begib Dich an einen stillen Ort oder in die Abgeschiedenheit. Dort bereite einen Sitz vor an einer Stelle, die weder zu hoch noch zu niedrig ist. Tuch, Hirschfell und Kusha Gras, eines über das andere gelegt, sind die ideale Kombination. Zügle die Sinne. Beruhige den Geist. Halte den Körper aufrecht, Kopf, Hals und Rumpf in gerader Linie. Richte den Blick auf Trikuti. Schließe die Straßen, durch die die Sinne nach außen gehen; hefte den Geist auf Gott, das Selbst im Herzen; halte den Atem durch die Praxis von Kevala Kumbhaka im Scheitel fest; dann erlangst Du vollkommene Konzentration des Geistes. Du wirst rasch zu Dhyana und Samadhi kommen. Die drei, Dharana, Dhyana und Samadhi sind innerlicher als die vorhergehenden Yama, Niyama, Asana, Pranayama und Pratyahara. Die drei (Dharana, Dhyana und Samadhi) zusammen bilden Samyama. Diese drei sind der Antaranga Yoga des Raja Yoga. Der wahre Raja Yoga beginnt mit Pratyahara. Samyama stellt die tatsächliche Praxis von Raja Yoga dar.



Durch die Praxis von Samyama erhältst Du Zugang zur Wahrheit über das Objekt Deiner Meditation. Nirbija (samenloser) Samadhi oder Asamprajnata Samadhi ist das endgültige Ziel im Raja Yoga. Damit verglichen ist auch Samyama äußerlich oder indirekt. Es ist auch eine Vorbereitung. Es gibt Alambana, etwas, woran sich der Geist hängen kann; wohingegen im Nirbija Samadhi es nichts gibt, woran sich der Geist hängen kann. Es ist Niralambana. Der Übende steigt Phase um Phase die Sprossen der Yogaleiter empor und erlangt verschiedene Erfahrungen, Erkenntnisse und Kräfte. Er fühlt seine absolute Freiheit und erreicht Kaivalya, das höchste Ziel im Raja Yoga. Die Summe allen Wissens über die drei Welten und jede weltliche Wissenschaft sind nichts als eine bloße Schale verglichen mit der unendlichen Erkenntnis eines wahren Yogis, der Kaivalya erreicht hat. Ehre sei so erhabenen Yogis. Möge Ihr Segen mit uns allen sein!


Quelle : www.yoga-vidya.de




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