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Shantideva, der Poet des Mahayana

Donnerstag 22. Juli 2010, von Nanny Obame

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Shantideva, der Poet des Mahayana (7.-8.Jh)

Fakten

Shantideva stand in der Tradition von Nagarjuna, daher war er auch Vertreter der Madhamaka-Schule von Nagarjuna. S. lehrte an der Klosteruniversität von Nalanda. Seine Lebenszeit liegt zwischen 650 und 750. Er gilt durch sein Hauptwerk „ Bodhicaryavatara“ als einer der wichtigsten Lehrer und Meister des Mahayana. In aller Klarheit zeigt er in poetischer Form die wichtigsten Punkte der Schulung eines Bodhisattva und dessen Werdegang. Dieses literarische Werk hat bis heute vor allem im tibetischen Buddhismus große Bedeutung und wird als Lehrtext verwendet.

Leben und Wirken

Shantideva wurde als Sohn eines süd –oder nordindischen Königs geboren in der Zeit um 650.Ähnlich Prinz Siddhartha verzichtete er auf den Thron und zog sich in die Einsamkeit zurück. Arya Tara und später Buddha Manjushri erschienen ihm und warnten ihn vor einem weltlichen Leben. Nach mehreren Jahren als Yogi in den Wäldern wanderte er nach Nalanda und nahm die Ordination zum Mönch an. Er wirkte aber faul und desinteressiert und aß fünfmal am Tag, was für einen Mönch unerhört war. Man versuchte ihn loszuwerden, indem man einen Bewerb in Textrezitationen veranstaltete, in der Meinung, dass der „Reisfresser“ sich blamieren werde und so das Kloster verlassen werde. S. nahm nur unter der Bedingung daran teil, dass ihm ein Thron zur Verfügung gestellt werde. Nach Erfüllung dieses Wunsches bestieg S. löwengleich den Thron und begann zum Erstaunen aller die wunderbaren Verse des „Bodhicaryavatara“ mit gewaltiger Stimme vorzutragen.Beim 9. Kapitel über Shunyata begann S. zu levitieren und sein Körper verschwand vor den Augen aller. Später fand man in seiner Zelle im Türrahmen die kostbare Schrift, die uns bis heute erhalten ist. S. kehrte nicht mehr nach Nalanda zurück.

Kindheit

Im Alter von sechs Jahren lernte Shantideva einen Yogi kennen, der ihn in die Meditationspraxis des Yidams Manjushri einweihte. Üblicherweise hatte jede Familie zu jener Zeit und Gegend einen „Hausheiligen“ und in der Familie Shantidevas war dies seit Generationen Manjushri – auch bekannt als Bodhisattva des Wissens und des Lernens. Als Resultat der Meditationsübung hatte Shantideva Visionen von Manjushri und soll dazu in der Lage gewesen sein, direkt von ihm Belehrungen zu erhalten. Später soll Shantideva noch bei Meister Ashvagosh 12 Jahre lang eine besondere Manjushri Praxis ausgeführt haben, sowie die Erklärungen der 3 Körbe erhalten und Verwirklichung erlangt haben.

Inthronisation

Am Abend vor Shantidevas Inthronisation sollte ihm traditionsgemäß heißes Wasser über den Kopf gegossen werden. Als er darüber klagte entgegnete ihm seine Mutter, dass er als König viele Menschen bestrafen müsse und er dann die daraus resultierenden negativen Folgen in den Höllenbereichen (siehe auch Sechs Daseinsbereiche) zu erleiden habe. In der Nacht erschien Shantideva im Traum Manjushri, berührte ihn am Kopf und erklärte ihm, dies sei sein Thron, und nicht der Thron Shantidevas. Am Tag darauf soll Shantideva das Leben als Königssohn hinter sich gelassen haben.

Werke

— Bodhicaryavatara ( Eintritt in das Leben der Erleuchtung) Mahayana-Praxis

— Shikshasamuccaya ( Sammlung der Regeln)> Anthologie mahayanischer Texte

— Sutrasamuccaya ( Sammlung der Lehrtexte)



Entstehung des Bodhicharyavatara

Eine der bekanntesten Legenden zum Leben Shantidevas ist die Geschichte zur Entstehung des „Bodhicharyavatara“ in Nalanda.
Nachdem Shantideva lange außerhalb der gewöhnlichen Gesellschaft gelebt habe wurde er von Shinadeva als Bhikshu in Nalanda aufgenommen, wo er von den anderen Bhikshus als eine Art Taugenichts gesehen wurde, der nur schlief und aß, und sich auch an den Arbeiten die für das Kloster zu verrichten waren nicht beteiligte. Dadurch habe er großen Unwillen in seiner Gemeinschaft erregt, die keine Ahnung von seinen inneren Qualitäten gehabt habe, da er diese nicht gezeigt habe. Um ihrem Ärger Luft zu machen und um ihn zu demütigen wurde Shantideva dazu aufgefordert, nach Neujahr offizielle Dharmabelehrungen zu geben, in der Erwartung, dass er dies nicht könne.

Der Legende zufolge kam am Abend vor dem Vortrag allerdings Wind auf, der alles reinigte. Shantideva soll daraufhin den bis dahin unbekannten Text des „Bodhicharyavatara“ aus dem Stegreif vorgetragen haben.
Als er zum 9. Kapitel über Weisheit kam, stieg er laut der Legende in den Himmel auf, während er die Versammlung der Mönche weiter belehrte.
Beim 10. Kapitel Widmung soll er den Blicken entschwunden sein, und man habe nur noch seine Stimme hören können.

Danach habe Shantideva Nalanda verlassen. Obwohl er nicht nach Nalanda zurückgekehrt sei, habe er Diskrepanzen bezüglich seiner Lehren geklärt, indem er auf Schriftstücke verwiesen habe, die er in seinem Zimmer über dem Türbalken in Nalanda gelassen habe.

Zitate aus dem Bodhicaryavatara

„Ich habe nichts zu sagen, was nicht schon zuvor gesagt worden ist,
Und habe keinerlei Talent zum Schreiben von Versen
Und obwohl ich noch nicht mal daran denke, anderen zu helfen
Habe ich dies verfasst, um meinen eigenen Geist zu gewöhnen.“


– Shantideva: Eintritt in das Verhalten eines Bodhisattvas, I. Kapitel, Strophe 2

Wie Reisende auf ihrem Weg sich eine Unterkunft nehmen, so nehmen sich die auf der Straße der Existenzen Reisenden die Unterkunft der Geburt.
Wenn der Elefant Denken mit der Fessel Wachsamkeit völlig gebunden ist, dann ist alle Gefahr geschwunden und alles Gute nahe.



Quellen : http://teaching.eduhi.at ; http://de.wikipedia.org

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