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Tee Kulturen – eine Übersicht

Donnerstag 31. Juli 2014, von Buddhachannel Deutschland

Langues :

So verschieden wie Tees, sind auch die Arten ihn zu genießen. Tee wird oft zwanglos als gesundes Alltagsgetränk genutzt, oder wie in Ostfriesland, einfach nur genutzt um das schlechte Wasser genießbar zu machen. In andern Ländern ist der Teekonsum in gesellschaftliche Rituale eingebettet. Die britischen Etikette, die Teekunst Chinas oder die an ein religiöses Ritual erinnernde japanische Teezeremonie, zeigen die hohe Wertschätzung des Tees.



Der Britische Nachmittagstee

Traditionell wird der Afternoon Tea, auch Low Tea genannt, um 16 oder im 17 Uhr, im Salon an einem niedrigen Tee zu sich genommen. Er gilt als Zwischenmahlzeit und dauert ungefähr eine Stunde. Bei einem formellen Afternoon Tea gilt eine ganz bestimmte Etikette, deren Missachtung oder Unkenntnis als sehr peinlich angesehen wird. Es werden drei Gänge gereicht, die immer aus den gleichen Speisen bestehen. Als erstes bietet der Gastgeber Sandwiches mit verschiedenen Belägen, darauf folgen die Scones, weiche Teebrötchen, die mit ungesüßter Sahne oder Marmelade bestrichen werden können. Zum Abschluss folgen Pralinen, Gebäck und andere Süßigkeiten. Alle drei Gänge werden mit den Fingern gegessen.

Die Teekunst Chinas

Es gibt drei verschiedene Schulen der Teekunst in China, die alle drei in verschiedenen Epochen der Kultur entstanden. Heute wird meist nur noch die jüngste, die „Gong Fu Cha“-Schule zelebriert, in der die Blätter des Oolong-Tee verwendet werden.

Der Teemeister bereitet zu Beginn der Zeremonie das spezielle Geschirr vor, in dem er es mit heißem Wasser reinigt. Es folgt ein komplizierter Ablauf der Zubereitung: Der erste Aufguss wird nicht getrunken, sondern dient nur dazu, die Teeblätter zu öffnen und die größte Bitterkeit aus dem Tee zu entziehen. Erst der zweite Aufguss wird nach eine sehr kurzen Zeit des Ziehens (10 bis 30 Sekunden) schichtweise auf die Teeschalen verteilt, so dass jeder dien gleichen Tee erhält. Diese Aufgüsse werden mehrmals wiederholt, wobei der Tee jeweils 10 Sekunden länger zieht, als in der Runde zuvor.



Die Teezeremonie Japans

Das Teeritual Japans basiert auf der Teekunst Chinas, hat sich jedoch in der langen Zeit immer mehr verkompliziert und besitzt sogar eine eigene Philosophie, die auf dem Zen Buddhismus basiert. Auch hier gibt es bestimmte Gegenstände, die ausschließlich zur Zubereitung und zum Servieren des Tees gedacht sind. Es wird zwischen drei Schulen und vier Arten der Teezeremonie unterschieden. Für jedes erdenkliche Detail gibt es Regeln, die zu befolgen sind. Von der zu tragenden Kleidung, über die zu reichende Mahlzeit bis hin zum Blumenarrangement ist alles vorgeschrieben. Der Tee wird generell in einem ruhig gelegenen und schlicht eingerichteten Teehaus eingenommen, das ebenfalls nach strickten vorgaben errichtet wird.

Die Koreanische Teekultur

Die 15 verschiedenen Teezeremonien Koreas basieren auf der Teekunst Chinas und wurden von buddhistischen Mönchen eingeführt.

Ostfrieslands Teetied

Die Teetied (Teezeit) ist Teil der ostfriesischen Geselligkeit, so wird einem Gast stets eine Tasse Tee angeboten, egal, wie lange dieser gedenkt zu bleiben.

Zum dunklen, kräftigen Tee, der meist aus einer Mischung aus Assam-Sorten besteht, werden generell Kandiszucker (weiß oder braun), Sahne und Gebäck gereicht. Die Ostfriesen trinken 288 Liter Tee im Jahr und stehen damit an der Spitze Deutschlands.



Tibets Buttertee

Die Teekultur Tibets wurde anfangs stark von China beeinflusst, mittlerweile jedoch, hat sich ein ganz eigenes Getränk daraus entwickelt: der Buttertee, der mehrmals am Tag getrunken wird. Teeziegel, die mit Hilfe aus Teepulver vermischt mit Reiswasser gepresst und getrocknet werden, gibt man in einen Kessel mit Wasser und kocht diesen somit auf. Anschließend in ein Holzgefäß gegossen, wird der Tee mit Butter und Salz verrührt.

Türkische Teekultur

Die Geschichte des Tees

Man sagt, dass der Tee seinen Weg über die Seidenstraße über die Händler in die Türkei gekommen ist. Dies dürfte auch erklären, wieso der Tee im Türkischen „Çay“ – ausgesprochen tschai – heißt. Der Begriff ähnelt dem Chinesischen „Cha“.

Im Osmanischen Reich versuchten die man schließlich um 1888 den Tee selbst in der damaligen Hauptstadt Bursa anzubauen. Die Bürger erlebten jedoch nur einen einmaligen Erfolg, da der Tee keine Früchte trägt. Ein zweiter Versuch in 1892 blieb erfolglos, was man auf das dortige Klima zurückführte. Nach einer Expedition in 1917 in das Benachbarte Georgien, in dem Russland erfolgreich Tee anbauten, stellte man daraufhin fest, dass das Klima dort der türkischen Schwarzmeerküste ähnelte. Nach dem Zusammenbruch des Reiches und nach dem Türkischen Befreiungskrieg im Jahr 1924 wurde ein Gesetz zum Anbau von Tee erlassen, wodurch eine Grundlage für den Teeanbau in Rize gelegt wurde.

Mittlerweile spielt der Tee im Tagesablauf der türkischen Bevölkerung eine wichtige Rolle. Es hat sich ein bestimmtes Ritual zum Genuss von Tee herausgebildet, zu dem auch die Zubereitung im Semaver gehört. Dieser große Behälter wird mit Wasser gefüllt und entweder elektrisch, oder aber über einen mit Kohle gefüllten Innenschacht erhitzt wird.


Das Trinken des Tees

Besucher eines türkischen Haushalts oder Teehauses wird diesem vor oder nach dem Essen stets eine Tasse Tee angeboten werden. Am meisten bekannt dürfte sein, dass der Tee in dieser Kultur nicht aus Tassen sondern vielmehr aus Gläsern getrunken wird.
Generell wird in der Türkei ausschließlich schwarzer Tee getrunken und dies zu jeder Tageszeit und Mahlzeit. Üblicher Weise wird zum Frühstück Tee anstatt Kaffe zu sich genommen, dabei enthält türkischer Tee weniger Koffein als Kaffe.
Man kann zwischen „acik Çay“, dem hellen, schwächeren Aufguss, und „koyu Çay“, dem wesentlich stärkeren Aufguss, wählen. Die Tasse wird am oberen Rand angefasst, da sich das Glas durch den brühend heißen Tee sehr erhitzt.

Charakteristisch für den türkischen Tee ist seine mahagonibraune oder auch rote Färbung. Man gibt in die kleinen Teegläser zwei Zuckerwürfel oder Teelöffel Zucker, was wiederum für fünf Aufgüsse genügt. Auf Milch wird vollkommen verzichtet, da diese den Geschmack des Tees verfälscht. Es wäre also eine Beleidigung auch nur nach Milch zu fragen.
In den östlichen Landstrichen der Türkei werden bis zu 30 Tassen Tee mit nur einem Zuckerwürfel getrunken, der während des Trinkens unter die Zunge gelegt wird. Man nennt diese Art des Teetrinken „Kitlama Çay“.

Die türkischen Teegärten

Auch in türkischen Lokalen, die im Freien zu finden sind, wird ebenso Tee aus dem Semaver angeboten. Sie werden „Çay Bahçesi“ genannt, was so viel wie „Teegarten“ bedeutet.
Am Semaver kann man sein Glas immer wieder auffüllen. Der Teekellner, der „cayci“, trägt diesen Behälter stets bei sich.

Quelle : www.tee-kompendium.de




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